Warum das wichtig ist
Meist wird vermutet, dass es sich um Drohnen handelt – doch oft wurde nie ein Pilot gefunden und die Objekte wurden nie identifiziert. Jeder Vorfall ist eine echte Luftraumverletzung: Maschinen warten, werden umgeleitet oder bleiben am Boden. Auch Frankfurt musste den Betrieb wiederholt kurz unterbrechen. Das Muster wirft dieselben Fragen auf wie die UAP-Debatte: Wer erkennt, wer meldet, wer untersucht?
Chronik der wichtigsten Vorfälle
· London Gatwick (UK)
Gatwick: drei Tage Stillstand
Gemeldete Drohnensichtungen legten den Flugbetrieb in Gatwick vom 19. bis 21. Dezember 2018 lahm. Rund 1.000 Flüge und etwa 140.000 Passagiere waren betroffen. Niemand wurde verurteilt, die Objekte wurden nie eindeutig identifiziert.
Quelle: Wikipedia – Gatwick Airport drone incident ↗· Stockholm Arlanda (SE)
Arlanda über Nacht gesperrt
Fluglotsen meldeten mehrere Drohnen, und die schwedischen Behörden stoppten in der Nacht zum 9. September 2024 den Verkehr in Arlanda. Flüge wurden umgeleitet, die Polizei ermittelte wegen einer mutmaßlich vorsätzlichen Handlung.
Quelle: Reuters ↗· Copenhagen & Oslo (DK/NO)
Kopenhagen stundenlang geschlossen
Große Drohnen legten den Flughafen Kopenhagen am 22. September 2025 für mehrere Stunden lahm, auch Oslo war betroffen. In derselben Woche folgten Sichtungen an weiteren dänischen Flughäfen, darunter Aalborg. Die dänischen Behörden sprachen von einem schweren Angriff auf kritische Infrastruktur.
Quelle: Reuters ↗· Munich (DE)
München stellt Flugbetrieb ein
Drohnensichtungen im Umfeld des Münchner Flughafens am Abend des 2. Oktober 2025 führten zur zeitweisen Einstellung des Flugbetriebs. 17 Flüge fielen aus, weitere wurden umgeleitet, tausende Passagiere waren betroffen. Der Fall belebte die Debatte über Abschussbefugnisse für die Polizei.
Quelle: Bayerische Polizei / Bundespolizei ↗· Brussels & Liège (BE)
Brüssel und Lüttich geschlossen
Am Abend des 4. November 2025 führten Drohnensichtungen zur zweimaligen Schließung des Flughafens Brüssel sowie zur Schließung von Lüttich. Ankommende Maschinen wurden umgeleitet. Zuvor war Drohnenaktivität nahe belgischer Militärstandorte gemeldet worden.
Quelle: Reuters ↗
Wo Drohnen und UAP sich überschneiden
Im UAP-Sprachgebrauch ist ein Objekt „unidentifiziert“, bis es erklärt ist – nicht „außerirdisch“. Die Vorfälle an Flughäfen zeigen, wie schnell unbekannte Objekte zum Flugsicherheitsproblem werden und wie zersplittert Erkennung und Meldewesen in Europa noch sind.
Genau darauf wies der Europaabgeordnete Francisco Guerreiro 2024 im Europäischen Parlament hin: Unbekannte Objekte in der Nähe von Flugzeugen sind zuerst eine Frage der Flugsicherheit und erfordern gemeinsame Meldewege und wissenschaftliche Datenerhebung.
- Erkennung: Radar und Sensoren vieler Flughäfen sind nicht für kleine, tief fliegende Objekte ausgelegt.
- Meldung: Piloten und Lotsen melden über nationale Kanäle – ein gemeinsames europäisches Register fehlt.
- Untersuchung: Polizei, Militär und Luftfahrtbehörden teilen sich die Zuständigkeit, Ergebnisse werden selten veröffentlicht.
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Häufige Fragen
Warum werden Flughäfen wegen Drohnen gesperrt?
Schon eine kleine Drohne kann ein Triebwerk oder eine Cockpitscheibe beschädigen. Wird eine Drohne nahe Pisten oder Anflugwegen gemeldet, stoppen die Lotsen den Verkehr, bis der Bereich sicher ist.
Sind Drohnensichtungen an Flughäfen UFOs?
Formal sind sie unidentifiziert, bis sie erklärt sind, meist werden aber Drohnen vermutet. Manche Meldungen erweisen sich als Irrtum, und in mehreren Fällen wurden weder Objekt noch Pilot gefunden.
Welche Flughäfen in Europa wurden wegen Drohnen geschlossen?
Zu den größten Fällen zählen London Gatwick (2018), Stockholm Arlanda (2024), Kopenhagen und Oslo, München sowie Brüssel und Lüttich (alle 2025). Frankfurt musste den Betrieb wiederholt kurz unterbrechen.