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Forschung · Schweden

Wissenschaftliche UFO-/UAP-Forschung in Europa

UAP ist nicht mehr nur eine Frage für Behörden und Militär – europäische Universitäten untersuchen die Phänomene nun mit astronomischen Archiven und interdisziplinären Forschungsgruppen. Hier sind zwei führende schwedische Initiativen, mit Quellen.

Vom Tabu zum Forschungsgegenstand

Jahrzehntelang war UAP in der Wissenschaft ein Tabu. Das ändert sich: Astronomen vergleichen Himmelsdurchmusterungen aus der Zeit vor dem Weltraumzeitalter mit modernen Daten, und Universitäten gründen interdisziplinäre Gruppen, die Methoden zur Untersuchung anomaler Phänomene entwickeln. Schweden ist dabei ein Zentrum beider Ansätze.

Astronomie · Stockholm

Das VASCO-Projekt – Nordita, Universität Stockholm & Uppsala

VASCO (Vanishing & Appearing Sources during a Century of Observations) wird von der Astronomin Beatriz Villarroel an Nordita geleitet – dem Nordischen Institut für Theoretische Physik an der Universität Stockholm – mit Mitarbeitern der Universität Uppsala und international. Das Projekt vergleicht historische fotografische Himmelsdurchmusterungen, vor allem die Palomar-Platten aus den 1950er-Jahren, mit modernen Durchmusterungen wie Pan-STARRS und Gaia.

Der entscheidende Punkt ist die Zeitbasis: Die alten Platten wurden vor Sputnik 1 (1957) belichtet, sodass keine künstlichen Satelliten Objekte erklären können, die auf ihnen auftauchen oder verschwinden. 2021 berichtete das Team von neun punktförmigen Transienten, die innerhalb von 50 Minuten auf einer einzigen Platte vom 12. April 1950 erschienen und wieder verschwanden – veröffentlicht in Scientific Reports.

  • Durchsucht ein Jahrhundert von Beobachtungen nach verschwindenden und auftauchenden Objekten
  • Nutzt Fotoplatten aus der Zeit vor der Satellitenära als störungsfreie Basis
  • Kombiniert automatisierte Bildanalyse, Virtual Observatory und Bürgerwissenschaft
  • Veröffentlicht in Fachjournalen wie The Astronomical Journal und Scientific Reports

Wissenschaftliche Referenzen

Interdisziplinär · Lund

ASG Anomalous Agenda – Pufendorf-Institut, Universität Lund

Das Pufendorf-Institut für fortgeschrittene Studien der Universität Lund beherbergt die Advanced Study Group (ASG) Anomalous Agenda – die erste akademische UAP-Forschungsgruppe dieser Art in Schweden. Forschende mehrerer Disziplinen entwickeln gemeinsam Methoden für kritische Analyse und wissenschaftliche Wissensbildung rund um unidentifizierte anomale Phänomene.

Statt zu fragen 'Ist UAP real?', nimmt die Gruppe die Existenz des Phänomens als Studienobjekt und untersucht ihre gesellschaftlichen und erkenntnistheoretischen Folgen: wie Meldungen, Sensordaten und Stigmatisierung bestimmen, was als Wissen gilt.

  • Interdisziplinär: Astronomie, Physik, Ideengeschichte, Medienwissenschaft und mehr
  • Entwickelt transparente, wissenschaftlich fundierte Methoden für UAP-Daten
  • Untersucht gesellschaftliche und erkenntnistheoretische Aspekte – einschließlich Stigma und institutionellem Schweigen
  • Offene Seminare und Veranstaltungen an der Universität Lund

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Quellen und weiterführende Literatur

Primärquellen: Projektseiten, Universitäten und begutachtete Fachpublikationen.

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Häufige Fragen

Wird an europäischen Universitäten zu UAP geforscht?

Ja. Das Pufendorf-Institut der Universität Lund betreibt die interdisziplinäre Gruppe Anomalous Agenda, und Astronomen an Nordita/Universität Stockholm leiten das VASCO-Projekt zu anomalen Transienten in historischen Himmelsdurchmusterungen.

Was hat das VASCO-Projekt gefunden?

VASCO sucht nach Objekten, die zwischen alten Fotoplatten und modernen Durchmusterungen auftauchen oder verschwinden. Das bekannteste Ergebnis sind neun gleichzeitige Transienten auf einer Platte vom 12. April 1950 – bevor es Satelliten gab – veröffentlicht 2021 in Scientific Reports.

Beweist diese Forschung außerirdische Besuche?

Nein. Die Forschenden betonen, dass anomale Beobachtungen mehr Daten und Methodenentwicklung erfordern. Ziel ist festzustellen, was erklärt werden kann und was nicht – nicht, eine Erklärung vorauszusetzen.